Transformatorische Bildung – Folge 139 „Klimakinder – Das Begehren nach dem Leben“

Oktay Bilgi und ich unterhalten uns über die Frage, wie man mit Kindern in der Klimakrise umgeht.

Transformatorische Bildung – Folge 138 „Fremdheit im Angesicht einer Flutkatastrophe“

Nicole und ich unterhalten uns über die Fremdheit im Angesicht einer Flutkatastrophe in NRW. Konkret geht in dem Interview (FR277) es um die Situation im Ahrtal.

Wir diskutieren dazu die Theorie von Waldenfels. Zu Anfang lese ich folgendes Zitat vor: Doch das Antworten auf zukünftige Ansprüche stellt uns vor eigene Probleme. Wie können wir auf Ansprüche derer antworten, die noch nicht am Leben und noch nicht in der Lage sind, Ansprüche zu erheben? Haben künftige Ansprüche nicht etwas von einer Flaschenpost , die ohne Absender und ohne Adresse herumirrt? Oder sind Ansprüche Künftiger strenggenommen gar keine künftigen Ansprüche, sondern durchaus gegenwärtige? (S. 236)

Aus: Waldenfels: Globalisierung, Lokalität, Digitalität. Suhrkamp 2022
Kapitel: Fremde Zukunft und Ansprüche künftiger Generationen

Folge 133: „Ich glaub, das war halt ein Wendepunkt … Veränderungen durch die Klimakrise“

Folge 132 “Eine Erfahrung mit Zwangsumsiedlungen“
Folge 131 “Der unabwendbare Klimawandel?“
Folge 130 “Klimaverträgliche Lebensweisen”
Folge 123 “Von Afrika bis Europa” Erzählung der Klimakrise
Folge 121 “Habitustransformation am Beispiel eines Unverpacktladens“
Krise und Bildung – Folge 003 “Die imperiale Lebensweise”

Transformatorische Bildung – Folge 130 “Klimaverträgliche Lebensweisen”

Jeremias und ich unterhalten uns über seine Bachelorarbeit zum Thema: „Über die Anlässe aktiven Engagements hinsichtlich der Umsetzung von klimaverträglichen Lebensweisen„. (Publiziert über KUPS – Kölner UniversitätsPublikationsServer)

In seiner Bachelorarbeit beschreibt der Autor die gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels. Dabei stellt er die aktuell hoch relevante Frage, wann sich Subjekte verändern: „Wie ein solcher Transformationsprozess bei Individuen ausgelöst wird und welche Anlässe en Prozess initiieren, dieser Frage widmet sich diese Arbeit …” (S. 1–2)

Er analysiert die zentralen Veränderungen innerhalb der Theorie der transformatorischen Bildung. Dabei fokussiert er auf den Übergang von einem informationstheoretischen Ansatz zu einem stärker sprachwissenschaftlichen Ansatz, der die Analyse von Figuren des Welt- und Selbstverhältnisses in den Mittelpunkt stellt. Im Hintergrund steht dabei das Problem, dass allein eine kognitive Einsicht in eine Krise nicht zwangsläufig zu Veränderungen der Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster führt.

Im Kontrast zu Koller mit seiner Fokussierung auf Krisen stellt er dann die Theorie des spontanen Handelns nach Nohl vor, bei der der Auslöser für Bildungsprozesse weit weniger gravierend angelegt ist. Diese Rekonstruktionen unter Einbeziehung von Dewey sind durchweg gelungen. Der Abschnitt zu Bourdieu thematisiert die zentrale Frage nach der Möglichkeit von Habitustransformationen im Anschluss an Rosenberg.

Im analytischen Teil wertet der Autor drei narrative Interviews aus. Diese sind durchweg spannend und ertragreich. Besonders die Orientierung des methodischen Vorgehens nach Kuckartz ist sehr gut gelungen. Dies ermöglicht es ihm, am Ende die Frage nach dem Anlass von Bildungsprozessen herauszuarbeiten. Dieser ist, wie immer, wenn man sich mit Empirie beschäftigt, nicht eindeutig: „Hinsichtlich der Fragestellung, welche Anlässe Personen dazu bewegen, sich aktiv für Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Handeln zu engagieren, lässt sich aus der Empirie zusammenfassend feststellen, dass vor allem unreflektierte und fast beiläufige spontane Handlungen einen solchen Bildungsprozess initiieren können. Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass auch krisenhafte Erfahrungen, zumindest im Kontext von Relevanzverschiebungen, zu einem Bildungsprozess beitragen können.” (S. 32)

Die Arbeit enthält wichtige Anregungen. So bleibt die Frage nach dem Anlass von Transformationsprozessen weiterhin ungeklärt. Krisen können ein möglicher Motor für Veränderungen sein, aber es gibt darüber hinaus weitere Anlässe, die Bildungsprozesse einleiten können. Dies konnte in der Arbeit aufgezeigt werden. Die weitere Forschung an diesem Thema wird hier sicherlich noch vieles ans Tageslicht bringen. So stellt sich die Frage, ob neben Krisen nicht auch Identifikationen, Neugier, Anerkennung oder Verliebtheit zur Infragestellung der eigenen Identität führen kann.

Bis dahin kann jeder in die Arbeit reinschauen. Die Bachelorarbeit ist als Open Access auf dem Kölner UniversitätsPublikationsServer (KUPS) öffentlich einsehbar.

Als Literatur gehen wir ein auf:
Koller, Hans-Christoph (2018): Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Stuttgart: Kohlhammer.

und

Nohl, Arnd-Michael (2006). Bildung und Spontaneität – Phasen von Wandlungsprozessen in drei Lebensaltern. Opladen: Barbara Budrich.

Weiterer Podcast, in dem wir Interviews zur Klimakrise analysieren.
Folge 123 “Von Afrika bis Europa” – Erzählung der Klimakrise

Nino, Timo und Julio 014: “Klimawandel in der Antarktis”

Nino und Timo unterhalten sich mit dem Klimawissenschaftler Julius Garbe (a.k.a. Julio) über seine Publikation „The hysteresis of the Antarctic Ice Sheet“ in Nature.

Einen einführenden Blogartikel „Hysteresis For Dummies“ von Julius Garbe gibt es auch.

 

Transformatorische Bildung – Folge 123 “Von Afrika bis Europa” Erzählung der Klimakrise

Ina und ich unterhalten uns über ein Interview (KL004) zur Klimakrise. Dabei geben wir auf Ricœur und Waldenfels ein.

Transformatorische Bildung – Folge 121 “Habitustransformation am Beispiel eines Unverpacktladens“

Nane und ich unterhalten uns über ein narratives Interview (KL003) einer Personen, die mehrere Unverpacktläden  eröffnet hat. Wir gehen dabei auf das Konzept des Habitus nach Bourdieu ein.

Die Antwort auf die Quizfrage findet ihr im Konzept Vision Köln 2030 im Kapitel „Lage in Köln“

Krise und Bildung – Folge 003 “Die imperiale Lebensweise”

Gregor und ich diskutieren anhand der Broschüre „Auf Kosten anderer. Wie die imperiale Lebensweise ein gutes Leben für alle verhindert“ wie unser Habitus auf die Lebensgrundlage für alle auswirken.

Krise und Bildung 002 “Degrowth/Postwachstum”

In unserem kleinen Podcast Krise und Bildung unterhalten sich Gregor und ich über das Buch von Matthias Schmelzer und Andrea Vetter „Degrowth/Postwachstum zur Einführung“ aus dem Junius Verlag.

Nino und Timo 011: „Unsere Welt neu denken“ nach Corona?

Im Gespräch von Nino und Timo unterhalten wir uns über das Buch von Maja Göpel „Unsere Welt neu denken“ und beziehen dieses auf die Klimakrise und die Coronakrise.

Krise und Bildung 001 „Nachdenken über die Klimakrise“

Im Gespräch mit Gregor unterhalte ich mich über seinen Vortrag „Nachdenken über Bildung und Erziehung und die Klimakrise“. Weitere Informationen findet man in der Veröffentlichung: Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und Nachhaltgkeit