Transformatorische Bildung – Folge 86 “Rezension zu: Die Gesellschaft des Zorns (Cornelia Koppetsch)”

Im Hauptteil des Gesprächs mit Nino unterhalten wir uns über „Die Gesellschaft des Zorns“ von Cornelia Koppetsch.

Unsere Webtipps sind:

Omega Tau Podcast mit Maja Göpel  Folge „Societal Change and the Climate“

The daily  Folge: Why the amazon is burning

„Sozial und eher links – so sehe ich mich“ ein Gespräch mit Hans-Georg Maaßen (Leider muss man sich vorher anmelden)

 

 

Transformatorische Bildung – Folge 84 “Das Werk von David Lynch im Dreieck von Bildlichkeit, Narration und Psyche”

Im Gespräch mit Nino gehen wir alle Film von Lynch nochmal durch und versuchen diese anhand der drei Dimension Bildlichkeit, Narration und Psyche zu diskutieren. Mit diesem Gespräch ist die kleine Miniserie zu den Filmen von David Lynch abgeschlossen. Wer Anregungen zu neuen Themen hat, möge diese bitte in die Kommentare schreiben.

Transformatorische Bildung – Folge 82 “David Lynch – Mulholland Drive

Im Gespräch mit Nino unterhalten wir uns über den Film von David Lynch „Mulholland Drive“.

Transformatorische Bildung – Folge 81 “Tipps und Tricks beim Schreiben von wissenschaftlichen Hausarbeiten”

Mit Nino unterhalte ich mich kurz darüber, was man beim Verfassen vom wissenschaftlichen Hausarbeiten beachten sollte.

Transformatorische Bildung – Folge 78 “Transformatorische Bildung und die Klimakrise”

In der 78. Folge meines Podcasts Transformatorische Bildung widme sich Nino und Timo der zentralen Frage, wie sich das Konzept der transformatorischen Bildung angesichts der globalen Klimakrise neu denken, begründen und erziehungswissenschaftlich wenden lässt. Anknüpfend an vorausgegangene Diskussionen im Rahmen der Lectures for Future war es mein Anliegen, den Diskurs aus dem rein akademischen Seminarraum in ein dynamisches, dialogisches Format zu überführen. Das Ziel lag darin, bildungstheoretische Kategorien an einem der komplexesten Phänomene unserer Gegenwart zu erproben und für die Praxis der Erziehungswissenschaft fruchtbar zu machen.
1. Erziehungswissenschaftliche Problemstellung und die Klimakrise als „Hyperobjekt“
Ausgangspunkt unserer Unterhaltung ist eine auffällige Diskrepanz: Während der wissenschaftliche Konsens (etwa durch die Berichte des IPCC) bezüglich der Ausmaße des Klimawandels unbestreitbar vorliegt, bleibt das adäquate gesellschaftliche und individuelle Handeln weitgehend aus. Bildungstheoretisch greifen wir auf klassische Ansätze von Reiner Kokemohr und Winfried Marotzki zurück. Während Kokemohr die Dimension globaler Gerechtigkeit in den Fokus rückt, betont Marotzki die Notwendigkeit, Bildung als Befähigung zur Erschließung unbekannter Zukünfte zu begreifen – insbesondere in der Lehrer:innenbildung, wo heute Vermitteltes noch Jahrzehnte später in völlig neuartigen Problemkonstellationen wirksam werden muss.
Vor diesem Hintergrund analysieren wir die Klimakrise nicht als isoliertes, lokal begrenztes Einzelproblem (wie etwa ein punktuelles Bienensterben), sondern als überkomplexes „Hyperobjekt“. Die Krise entzieht sich klassischen menschlichen Handlungsschemata: Ihre Auswirkungen sind zeitlich stark verzögert, was lerntheoretisch und behavioristisch eine unmittelbare Verhaltensanpassung erschwert. Die Krise existiert in ihrer vollen Ausprägung in der Gegenwart noch nicht greifbar, erfordert aber genau jetzt radikale Transformationsprozesse.
2. Habitusanalysen, Inkorporierung und die Trägheit des Sozialen
Um zu verstehen, warum Subjekte und Institutionen an krisenhaften Verhaltensweisen festhalten, ziehen wir Pierre Bourdieus Habitustheorie heran. Wir erörtern, wie tief verankerte Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster Milieus stabilisieren und soziale Ungleichheit reproduzieren. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Inkorporierung von Kapitalformen in alltäglichen Körper- und Konsumpraktiken:
  • Mobilität: Das Fortbewegen im Raum (vom individuellen Automobilbesitz bis hin zu akademisch legitimierten Flugreisen) ist tief habituell verankert und widersetzt sich schnellen Einsichten.
  • Ernährung & Geschmack: Konsumgewohnheiten fungieren als wirkmächtige Distinktionsmittel zur Abgrenzung und Inklusion in spezifische Milieus (etwa das Konsumverhalten urbaner, akademischer Schichten).
Wir stellen fest, dass reine Appelle an das individuelle Konsumverhalten oder milieuspezifische Symbolpolitiken (wie sie etwa bei den primär bürgerlich geprägten Fridays for Future-Protesten zu beobachten sind) an Grenzen stoßen, solange sie strukturelle Machtverhältnisse und makroökonomische Profitlogiken unberührt lassen.
3. Abwehrmechanismen, Darstellbarkeit und psychoanalytische Zugänge
Ein Schwerpunkt unseres Gesprächs liegt auf der Analyse kollektiver Abwehr- und Legitimitätsmuster. Wir hinterfragen die weit verbreitete „Aber-Rhetorik“ („Klimaschutz ist wichtig, aber Arbeitsplätze/Wirtschaft…“), die wir als Form kognitiver Dissonanz und als nachträgliche Rationalisierung unbewusster Beharrungskräfte entlarven.
Da rein kognitive Aufklärung keine Verhaltensänderung garantiert, diskutieren wir im Rekurs auf Freuds Begriff der Darstellbarkeit von Trauminhalten die fundamentale Rolle von Bildern, Metaphern und Narrativen. Abstrakte physikalische Datenmodelle erreichen das Subjekt selten affektiv; erst Sinnbilder wie der „ökologische Rucksack“, visuelle Schockmomente (wie Fukushima) oder narrative Identifikationsfiguren (wie Greta Thunberg) stellen weltbezogene Bezüge her.
Ergänzend beziehen wir psychoanalytische Kategorien nach Jacques Lacan ein: Gesellschaftliche Zugehörigkeit ruht auf fantasmatischen Konstruktionen (Fantasma). Das Aufbrechen dieser Gewissheiten erzeugt Krisen und strukturelle Angstmomente. Im Anschluss an Transformationstheorien (u. a. Hans-Christoph Koller) betonen wir, dass echte Bildungsprozesse nicht angst- oder krisenfrei verlaufen können, da sie das Subjekt mit einer grundlegenden Seinsungewissheit konfrontieren.
4. Synthese und Ausblick
Abschließend diskutieren Nino und ich das Spannungsverhältnis zwischen individueller Subjektbildung und kollektiv-politischer Steuerung. Während rein appellative Konzepte der Eigenverantwortung scheitern, braucht es konsequente politische Rahmenbedingungen (wie etwa CO₂-Bepreisung und gesetzliche Regulierungen) in Kombination mit neuen, zukunftsfähigen Narrativen. Die Episode endet mit dem Plädoyer, die unvermeidbaren Krisenerfahrungen der Gegenwart als produktiven Anstoß für eine grundlegende Transformation des Selbst- und Weltverhältnisses zu begreifen.

Transformatorische Bildung – Folge 71 “David Lynch – Lost Highway”

Im Gespräch mit Nino analysieren wir den Film Lost Highway von David Lynch. Wir beziehen den Film auf das Motiv der Eifersucht, den Blick und die Zeit.

Transformatorische Bildung – Folge 64 “David Lynch – Twin Peaks und das Unbewusste der USA – Teil I”

Wieder besprechen wir einen Film von David Lynch „Twin Peaks“ – Die Serie, Staffel I. Die zweite Staffel und den Film gibt es beim nächsten Mal. Diesmal ging des um die Zeitlichkeit der Nachträglichkeit, das Unheimliche und die Figur des Fremden in der Pop-Kultur.

Transformatorische Bildung – Folge 62 “David Lynch – Wild at Heart”

Im Gespräch mit Nino besprechen wir den Film „Wild at Heart“ von David Lynch und beziehen diesen auf die Idee der Identifikation.

Transformatorische Bildung – Folge 61 “David Lynch – Blue Velvet bezogen auf die Verwerfung des großen Anderen, den Blick und Donald Trump”

Im Gespäch mit Nino besprechen wir den Film Blue Velvet von David Lynch. Wir beziehen das auf das Konzept der Verwerfung des großen Anderen anhand des Seminars III – Die Psychosen von Lacan. Im letzten Teil beziehen wir uns auf das Zitat von Kate Manne auf Down Girl: „But then i realized that Trump’s was the face of shame turned inside out …“. Einen interessanten Podcast von Ezra Klein und Kate Manne gibt es unter dem Titel: „This conversation will change how you understand misogyny“ (Leider habe ich keinen guten Link gefunden. Den Podcast hört man am besten über einen entsprechenden Podcatcher.)

Transformatorische Bildung – Folge 60 “David Lynch – Dune”

Nino und ich lästern über den Film Dune von David Lynch und freuen uns auf die nächste Folge zu Blue Velvet.