Transformatorische Bildung – Folge 154 „Transformation und die Trias von Emotionen, Praxis und Theorie“

Paula und ich unterhalten uns über der Interview FR214, in dem es um den Prozess geht, wie man ein veganer Ernährungsweise annimmt. Dieses beziehen wir auf die Trias von Zirfas  von Emotionen, Praxis und Theorie oder Herz, Hand und Kopf (aus der Pädagogische Anthropologie). Zum Schluss gehen wir nochmal die anthropologischen Kategorien von Körper, Soziales, Zeit, Raum, Kultur, Subjekt und Grenzen durch.

„Im Abendland finden sich anthropologische Überlegungen aber auch häufig um eine Trias zentriert, die über Jahrhunderte hinweg verschiedene Ausprägungen erfahren hat. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier einige bedeutsame Anthropologien benannt: Bei Platon ist die Rede vom Menschen als Integral von Vernunft (Lernbegierigem), Mut (Löwenartigem) und Begehren (Schlangenartigem), Thomas von Aquin begreift ihn durch Denken, Wollen und Fühlen, während für Jan Amos Comenius Vernunft (eruditio), Selbstbeherrschung und Zivilisierung (mores) sowie Ehrfurcht und Glaube (religio) den Menschen ausmachen. Bei Immanuel Kant wird die Anthropologie durch das Erkennen, die Moral und die Hoffnung konturiert, Johann Heinrich Pestalozzi fasst den Menschen durch Herz, Hand und Kopf und bei Sigmund Freud finden wir die Dreiheit von Es (Trieb), Ich (Handlung) und Über-Ich (Normen). Kurz: Der Mensch erscheint im Okzident (in zentralen Anthropologien) als animal rationale, animal sociale und animal emotionale – als vernünftiges, praktisches und emotionales Lebewesen.“ (Zirfas. Pädagogische Anthropologie)

Die anthropologischen Kategorien werden auch im letzten Podcast thematisiert. Transformatorische Bildung – Folge 153 „Anthropologische Kategorien und transformatorische Bildung in Bezug auf Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas“

Transformatorische Bildung – Folge 153 „Anthropologische Kategorien und transformatorische Bildung in Bezug auf Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas“

Luca und ich unterhalten uns über den Transformationsprozess bei dem Verlassen der Zeugen Jehovos. Dabei beziehen wir das narrative Interview auf die anthropologischen Kategorien: Körper, Soziales, Zeit, Raum, Kultur, Subjekt und Grenzen aus dem Handbuch Pädagogische Anthropologie von Wulf und Zirfas (Hrsg.)

Transformatorische Bildung – Folge 152 „Identifikation und Symbolisierung als Anlass für Transformationen bei den Anonymen Alkoholikern (AA)“

Mailine und ich unterhalten uns über das Interview von Luca* (FR383). Wie hat er seinen Weg aus der Sucht gefunden. Dabei beziehen wir uns auf die drei Register: Symbolisch, imaginär und real bei Lacan.

„Eines morgens bin ich aufgewacht, war so ungefähr zwei Wochen später, nachdem ich diese Leberwerte bekommen, habe, dann habe ich zu meinem Hörer gegriffen, und dann habe ich die anonym Alkoholiker angerufen und hab gesagt, hey, ähm ich glaube, ich habe ein Alkoholproblem, dann habe ich das geschildert, und dann hat die Person mir am Telefon gesagt, so hört sich ganz danach an, als hättest du eins, und dann muss ich mir ja weinen, weil das einfach, dann war es besiegelt, also für mich. Und dann habe ich auch das erste Mal gesagt, ja, ich, ich bin Alkoholiker, und hat die Person gesagt, gut, dann kommt es heute Abend ins Meeting, und ähm, ja (.), und das war die beste Entscheidung, wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Wenn ich die Beste, auf jeden Fall die Beste in den letzten 15 Jahren, kann man sagen, weil äh ich bin da hingegangen, und ich habe gedacht, ich treffe jetzt den fünfundfünfzig jährigen Lkw Fahrer, der gerade seine Frau verloren hat, und alles so wie in diesen Filmen. Aber das war nicht so, waren zum größten Teil Leute in meinem Alter, manche bisschen älter, manche ein bisschen jünger, und die waren alle völlig normal. Aber die haben halt alle den Alkoholproblemen gehabt, und ich konnte mich damit wahnsinnig vielen identifizieren, und hab halt auch gemerkt, Alkolismus hat so, und in allen sozialen Schichten und in allen berufen und egal welchen Alters, ist es überall vertreten, und dann könnte ich das annehmen, und dann habe ich angefangen, daran zu arbeiten. (.)“ (FR383, Z. 437 – 453)

Zum Schluss diskutieren wir weitere Herangehensweisen:

So stellt sich die Frage, wie die Bedeutung der Praxis aus der Trias von Emotionen, Praxis und Theorie von Jörg Zirfas ist.

Zudem diskutieren wir kurz die anthropologischen Kategorien: Körper, Soziales, Zeit, Raum, Kultur, Subjekt und Grenzen aus der Handbuch Pädagogische Anthropologie von Wulf/Zirfas.

Transformatorische Bildung – Folge 151 „Der Film handelte von einem drogenabhängigen Mädchen und ich hab‘ mich einfach nur selber da drin gesehen“

Oliver und ich unterhalten uns über ein Interview mit einer drogenabhängigen Frau und wie sie den Weg aus der Sucht gefunden hat.

Dabei gehen wir auf die Bedeutung von Identifikations- und Symbolisierungsprozessen  für Transformationsprozesse nach Lacan ein.

 

Transformatorische Bildung – Folge 150 „Ist es nicht wichtig, dass meine Kinder eine schöne Zukunft haben?“ Anrufung und Klimakrise

Frederik und ich unterhalten uns über das Interview mit Sabine* (FR235). Sie ist bei „Fridays for Future“ aktiv und versucht, ihr Leben entsprechend zu gestalten.

Hier ist eine Szene der Anrufung: Bei meinen Eltern natürlich dann (.) die Standardkommentare von (.) du bist so unterernährt ääh weil du vegan bist, weil da kann man natürlich nicht normal Nährstoffe aufnehmen. Ähm auch so Sachen wie du kannst nicht auf Demos gehen, das is Quatsch äh das is gefährlich ääh vor allem in der Pandemie geht das nicht. Das bringt alles nichts, du setzt dich für falsche Sachen ein und äh sowas (.) also von meiner Familie aus jetzt.  (Z. 153 – 158)

Transformatorische Bildung – Folge 149 „New York ist ein Buch. Erzählung und narrative Identität bei Ricœur“

June und ich unterhalten uns über ihre Hausarbeit, in der sie ein narratives Interview (FR369) mit dem Regisseur Tom analysiert. Wir beziehen das Interview auf die drei Phasen der mimesis nach Ricœur und gehen auch kurz auf die Fremdheitserfahrung nach Waldenfels ein. Eine zentrale Aussage in dem Interview ist: „New York ist ein Buch (.) indem jeder einzelne New Yorker ein Teil, ein Kapitel oder einen Absatz schreibt, eine Geschichte schreibt. Und das ist die Geschichte New Yorks. Das ist die Geschichte von vielen“ (FR369 Z. 337- 339)

Transformatorische Bildung – Folge 148 „Die Erschrockenheit über sich selbst – Frauen bei den Anonymen Alkoholikern (AA)“

Sophia und ich unterhalten uns über ihre Bachelorarbeit. Sie hat drei Frauen interviewt, die ihren Weg aus der Alkoholsucht gefunden haben: „Anhand von narrativen Interviews, welche im Vorfeld dieser Arbeit mit drei trockenen Alkoholikerinnen geführt wurden, soll der Moment der Transformation herausgearbeitet werden. Es soll untersucht werden, wie es diesen Frauen gelungen ist, ihren Alkoholismus hinter sich zu lassen“

„Die AA-Gemeinschaft wurde 1935 von zwei Alkoholikern, Bill W. und Dr. Bob, in den Vereinigten Staaten gegründet (vgl. Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft e.V. 2011, S. VIIf.). Bill hat die Erfahrungen von Mitgliedern der Gemeinschaft aufgeschrieben und 1939 unter dem Titel „Alcoholics Anonymous“ veröffentlicht, wodurch auch der Name der Gemeinschaft entstanden ist (vgl. ebd.). Dieses Buch wird von der Gemeinschaft wie eine Art Leitfaden für die Genesung verwendet (vgl. ebd., S. XI). Die Aufgabe aller Mitglieder dieser Gemeinschaft ist es, die Nachricht weiter hinaus an noch leidende Alkoholiker*innen zu tragen und ihnen zu verdeutlichen, dass es eine Lösung gibt, wodurch sich auch die AA-Gemeinschaft immer mehr vergrößert (vgl. ebd., S. 69). Nun stellt sich allerdings weiterhin die Frage, weshalb gerade dieses Konzept so besonders erfolgreich ist, wenn es um die Genesung geht.“

Im Podcast diskutieren wir, inwiefern die Identifikationsangebote im Imaginären zur Transformation beitragen und welche Bedeutung das Sprechen oder Symbolisieren dabei hat.  Dabei beziehen wir uns auf die drei Register Symbolisches, Imaginäres und Reales (kurz: RSI) bei Lacan.

Als Frage bleibt, welche Bedeutungen in diesem Kontext Praktiken wie das 12 Schritte Programm haben.

 

Weitere Infos zu Lebensgeschichten in AA findet ihr auf der Webseite: Vom Trinken und vom Nüchtern werden.

 

Transformatorische Bildung – Folge 147 „Ich bin nicht auf den Kopf gefallen, also ich bin halt nur klein“

Im Podcast sprechen Maxima und ich über ihre Hausarbeit zum Interview mit Stefan* (FR332). Im Interview berichtet er über Anrufungen als kleinwüchsig und wie er damit umgeht. Folgende Szene analysieren wir ausführlicher:

„[…] [G]erade wo ich noch jünger war, bin ich […] ein Mitläufer, du kommst da hin, wirst grundsätzlich immer unterschätzt. [D]as war natürlich schon so, dass ich im Fußball […] ganz normale Klamotten getragen [habe], also es wurde für mich nicht geändert… Und dann war es mal so, […] ich bin aufs Feld gelaufen, wurde eingewechselt. Dann kam der Ball rein, so und ein Eckball war das tatsächlich […] Und ich stand am zweiten Pfosten, der Ball ist so über alle drüber gesegelt, kam dann zu mir und dann hab ich das Ding halt so mit dem Kopf […] eingenickt und da sind alle ausgerastet und ich glaube die Gegenspieler machen heute noch Straftraining. Also das war echt der absolute Wahnsinn […] und […] ich formuliere das immer […] gerne so, da war ich nicht mehr der Kleinste auf dem Platz, sondern der Größte, weil wie gesagt, leider ist das noch so, aber man wird dann erst richtig wahrgenommen, wenn man das den Leuten beweist […]” (I, Z. 458-479).

Besonders die Kombination aus der Analyse des Interviews und der Untersuchung der Diskurse machen dieses Gespräch interessant und hörenswert.

Transformatorische Bildung – Folge 146 „Leben mit einem behinderten Bruder“

Elisabeth und ich unterhalten uns über ein narratives Interview (FR334), indem eine Frau von ihrem Leben mit einen behinderten Bruder berichtet. Dieser hat Trisomie 21. Wir diskutieren hier die Theorie von Butler in Bezug auf Anrufungen im Kontext von Behinderungen.

Transformatorische Bildung – Folge 145 „Die Bewältigung einer Schwerbehinderung – Ein Bildungsprozess?“

Tom und Tim besprechen ein narratives Interview, in dem Max Krüger* über ihre Erfahrungen der Verarbeitung eines Unfalls berichtet. Hier haben wir es mit einer Fremdheitserfahrung als Widerfahrnis zu tun: „Dann quasi am 19.06. mein Abschluss gemacht, (.) dann genau hatte ich so diesen ersten Schicksalsschlag erlebt. (.)  Ja am 02.07. hatte ich dann ein schwierigen, fast tödlichen Unfall zuhause erlebt. Ich bin (.) in eine Glastür gestolpert und hab mir dabei (.) Muskeln, Sehnen und alle drei Nervenstränge im rechten Oberarm zerfetzt, da das Glas quasi in den Arm (.) ein- eingedrungen ist.“